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Der „Golf-Führerschein“



Platzreife oder auch Platzerlaubnis (PE)



Nach der bestandenen Prüfung zur Platzreife oder Platzerlaubnis (PE) – scherzhaft auch „Golf-Führerschein“ genannt – erlangt der Golfanfänger die Genehmigung, auf einem Golfplatz spielen zu dürfen. Hierfür ist es notwendig, dass er alle erforderlichen theoretischen Kenntnisse in der Regel- und Etikettenkunde erlernt sowie praktische Trainingseinheiten absolviert. Erklärungen zu verschiedenen unten aufgeführten Fachbegriffen erhalten Sie unter „Lexikon für den Golfer“.


1. Spieltraining



Wie alle anderen Sportarten muss man natürlich auch das Golfspiel erst erlernen. Diese Spielpraxis wird Ihnen von den Golflehrern in den Golfclubs oder Golfakademien vermittelt – entweder im Einzel- oder Gruppenunterricht. Dabei wird Ihnen gezeigt, wie der Schläger gehalten werden muss (der richtige Griff), wie man den Ball anspricht (also die richtige Stellung zum Ball vor dem Schlag), wie der erfolgreiche Schwung ausgeübt wird – nur drei von vielen Beispielen. Sie lernen auch, welchen Schläger man für welchen Schlag benutzt.

  • Driver: für weite Abschläge vom Tee
  • Fairwayholz: für kürzere Abschläge (etwa bei einem Par3-Loch oder für weitere Schläge auf dem Fairway)
  • Langes Eisen (3 – 6): für Fairwayschläge
  • Hybrids: Ersatz für lange Eisen, leichter zu spielen als Eisen
  • Kurzes Eisen (7 – Pitching Wedge): für kürzere Schläge, auch für Annäherungsschläge aufs Grün
  • Sandwedge: für Schläge aus dem Bunker
  • Putter: zum Einlochen auf dem Grün


2. Theorie



Neben der Spielpraxis beinhaltet ein PE-Kurs auch die grundlegenden Regel- und Etikettenkenntnisse, die bei den so genannten „Regelabenden“ dem Kursteilnehmer vermittelt und vor allem erklärt werden.

Offizielle Golfregeln
Weil Golf als durchaus „komplizierter“ Sport bezeichnet werden darf, sind hier auch die Regeln etwas umfangreicher ausgelegt als beispielsweise beim Tennis oder Fußball. Im Rhythmus von vier Jahren machen sich R&A Rules Limited (England) und United States Golf Association (Amerika) heftige Gedanken, welche Regeln man neu und anders gestalten kann. Heraus kommt dann immer ein Regelbuch. Das neue („Offizielle Golfregeln 2012-2015) hat einen Umfang von 309 (!) Seiten und kostet 6,95 Euro.
Ach ja: Und dann gibt es noch die „Entscheidungen zu den Golfregeln 2012-2013“, die offizielle Interpretation der Regeln in fast allen strittigen Regelfällen (1.176 Seiten, 32,50 Euro).

Dreier-Regel
Natürlich sind Regeln für das faire Spiel eine notwendige Voraussetzung. Sicher werden Ihnen zu Beginn Ihres Golfer-Lebens wahre „Regel-Päpste“ begegnen, die Ihnen – mal ungehalten, mal süffisant, manchmal aber auch verständnisvoll – immer wieder erklären, was Sie alles falsch machen. Sehen Sie es gelassen. Bis Sie alle, für ein entspanntes Privatspiel wichtigen Regeln beherrschen, machen Sie mit der Einhaltung folgender drei Regeln eine durchaus gute Figur:

  • Der Ball muss gespielt werden, wie er liegt.
  • Vom Spiel ausgeschlossen wird, wer sich durch bewusste Täuschung einen Vorteil verschafft.
  • Bei zweifelhaften Spielsituationen entscheidet der gesunde Menschenverstand.


3. Etikette



Unter Etikette versteht man im Golfsport all jene Verhaltensweisen, die zu einem sportlich-fairen Verhalten, einem sicheren und rücksichtsvollen Spiel und der Schonung des Golfplatzes beitragen.

  • Unfair ist es beispielsweise, einen Mitspieler, der gerade zum Schlag ausholt, durch Geräusche wie Räuspern oder Husten bewusst zu stören.
  • Fair ist es, für ein zügiges Spieltempo zu sorgen, damit nachfolgende Golfer nicht unnötig aufgehalten werden. Schnellere Flights sollte man durchspielen lassen.
  • Auf ein sicheres Spiel bedacht ist ein Golfer, der schon während seines Probeschwungs darauf achtet, dass keiner seiner Mitspieler gefährdet ist.
  • Rücksichtsvolle Spieler schalten während des Golfspiels ihr Handy aus (oder stellen es wenigstens leise), damit die Mitspieler nicht durch Klingeltöne irritiert werden.
  • Der Platz wird geschont, wenn der Spieler auf dem Fairway ein herausgeschlagenes Rasenstück (Divot) wieder zurücklegt und festtritt, um etwaige nachfolgende Schäden zu vermeiden.

Doch das sind nur fünf von sehr vielen Beispielen. Die Golfetikette ist teilweise in Regeln festgeschrieben. Wer dagegen wiederholt verstößt, kann beim Spiel disqualifiziert werden.


4. Platzreife- / Platzerlaubnis-Prüfung



Wenn der Golflehrer mit Ihren Spielfortschritten zufrieden ist, wenn Sie regelmäßig die vorgeschriebenen Regelabende besucht und das Regelwerk gelernt haben, können sie zur DGV-Platzreifeprüfung antreten. Sie besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.

Theoretischer Teil
Bei der PE-Prüfung erhalten die Kursteilnehmer 30 Fragen (aus 160) vorgelegt, die im Multiple-Choice-Verfahren zu beantworten sind. Das heißt: Zu jeder Frage gibt es drei mögliche Antworten, der Prüfling muss die richtige Antwort ankreuzen. Die Fragen (bestehend aus Regeln, Etikette und Allgemeines) müssen innerhalb von 30 Minuten beantwortet werden. Bestanden hat man die Prüfung, wenn nicht mehr als vier Fehler bei den Regeln und zwei bei Etikette und Allgemeines gemacht werden.

Praktischer Teil
Hier kann der Golfanfänger zeigen, was er in der Praxis gelernt hat. Für die PE-Prüfung werden neun Golfbahnen/Löcher eines Golfplatzes (kein Kurzplatz) gespielt, die besten sechs Löcher kommen in die Wertung. Als Spielvorgabe wird Handicap (HCP) -54 angenommen. Erreicht der Kursteilnehmer mindestens zwölf Stableford-Punkte, hat er den praktischen Teil der Prüfung bestanden.

Nach erfolgreichem Abschluss der PE-Prüfung erhält der Kursteilnehmer das Platzreife- oder auch PE-Zerifikat. Diese Bescheinigung gilt für den Neu-Golfer als Grundlage für seine weitere golferische Karriere.


5. Schlussbemerkung



Angebote von PE-Kursen Es werden heute oft von Golfhotels im Ausland attraktive Pauschalarrangements angeboten, in denen neben Übernachtung und Halb- oder Vollpension auch PE-Kurse enthalten sind. Vorher sollten Sie jedoch prüfen, ob der angebotene Platzreife-/Platzerlaubnis-Kurs dem vorgegebenen Standard des Deutschen Golf Verbands (DGV) entspricht. Wenn Sie bereits einen Golfclub im Auge haben, bei dem Sie Mitglied werden möchten, dann fragen Sie auch dort nach, ob die im Ausland erworbene Platzerlaubnis für eine Golfclub-Mitgliedschaft anerkannt wird.

© Copyright: Fred König

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